Schaue dir das vor deinem nächsten Vorstellungsgespräch an
Schaue dir das vor deinem nächsten Vorstellungsgespräch an
Als Personalentscheider*in solltest du dein nächstes Vorstellungsgespräch nicht dem Zufall überlassen. Eine gute Vorbereitung kann nicht nur die Qualität der Gespräche verbessern, sondern auch verhindern, dass dir Fachkräfte nach dem ersten Gespräch absagen oder dich sogar ghosten.
Vorbereitung: Welche Fragen solltest du dir vorab stellen?
Bevor du in ein Vorstellungsgespräch gehst, solltest du dir einige grundlegende Fragen stellen:
- Welche Fragen sind für uns wirklich wichtig?
- Sollten wir ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren einführen?
- Wie können wir Bewerber*innen emotional abholen?
Im Video „Warum euch Fachkräfte kurz vor der Vertragsunterschrift absagen“ erkläre ich genau, wie ein mehrstufiger Bewerbungsprozess aussehen kann.
Die emotionale Ebene eines Bewerbungsgesprächs
Die Hauptgründe, warum Fachkräfte absagen oder sich nach dem ersten Gespräch nicht mehr melden, sind emotionale Faktoren:
- Ihr habt es nicht geschafft, Begeisterung zu wecken.
- Das Gespräch war zu distanziert oder unverbindlich.
- Eine Mischung aus beidem – fehlende Wertschätzung und fehlendes Interesse.
Viele Unternehmen unterschätzen, dass Fachkräfte heutzutage kaum noch Bewerbungsdruck haben. Sie finden in der Regel leicht eine neue Stelle und müssen sich um ihren aktuellen Job keine Sorgen machen.
Der Vergleich: Einkaufen ohne Hunger
Jeder weiß, dass man nicht hungrig einkaufen gehen sollte – weil man sonst irrational kauft und sich schneller begeistern lässt. Genau dieser „Hunger“ fehlt heute oft bei Fachkräften, wenn es um neue Jobs geht. Ihr müsst in euren Gesprächen dafür sorgen, dass Interesse entsteht.
Verkaufen statt nur Fragen stellen
Viele Personalverantwortliche schrecken bei dem Gedanken zurück, ein Bewerbungsgespräch wie ein Verkaufsgespräch zu führen. Doch es geht nicht darum, sich zu verstellen – sondern darum, den Mehrwert des Unternehmens aktiv zu vermitteln.
Setzt euch den Anspruch, nicht nur Fragen zu stellen, sondern auch aktiv zu erzählen. Der Redeanteil sollte idealerweise zu 30-45% bei euch liegen.
Struktur für ein überzeugendes Gespräch:
1. Kurzer Test der Vorbereitung
Fragt kurz ab, wie gut sich die Bewerber*innen vorbereitet haben:
- „Weißt du, was wir machen?“
- „Kennst du unsere Dienstleistung XY?“
- „Ist dir etwas an unserem Unternehmen aufgefallen?“
2. Der Pitch – Wer seid ihr?
- Kurz die Historie: Wo kommt ihr her?
- Wer seid ihr heute? Welche Mehrwerte schafft ihr?
- Gibt es besondere Erfolge oder Dinge, die eure Kolleg*innen feiern?
3. Die Zukunft – Wohin geht die Reise?
- Wofür sucht ihr jemanden genau?
- Welcher Mehrwert entsteht für den Kunden?
- Welche Verantwortung trägt der oder die Bewerber*in?
- Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es?
Beendet diesen Pitch mit einer Frage: „Wie klingt das für dich?“ oder „Hast du dazu Fragen?“ Das hilft dabei, das Gespräch interaktiver zu gestalten.
Was ihr unbedingt vermeiden solltet
Ein klassischer Fehler am Ende eines Gesprächs ist der Satz: „Wir melden uns.“
Warum ist das problematisch?
- Unverbindlichkeit: Falls es doch einen leichten Bewerbungsdruck gibt, wirkt diese Aussage distanziert und wenig interessiert.
- Machtgefälle: Ein ungleiches Machtverhältnis ist für Bewerber*innen unangenehm und kann abschreckend wirken. Viele Unternehmen sind sich dessen nicht bewusst.
Bessere Alternativen:
Wenn ihr interessiert seid, vereinbart direkt einen zweiten Termin. Falls ihr euch später für eine andere Person entscheidet, könnt ihr den Termin immer noch absagen.
Bedankt euch für das Gespräch und gebt eine klare Perspektive: Was passiert als Nächstes? Wie sieht der weitere Prozess aus? Das schafft Vertrauen und sorgt für ein gutes Bewerbererlebnis.
Fazit
Ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch erfordert mehr als nur Fragen zu stellen. Ihr müsst Begeisterung wecken und eure Unternehmenskultur aktiv präsentieren. Fachkräfte haben heutzutage die Wahl – also macht ihnen Appetit auf euren Job.
Für eine detaillierte Empfehlung zu mehrstufigen Bewerbungsprozessen und den besten Fragen, die ihr stellen könnt, schaut euch das Video „Warum euch Fachkräfte kurz vor der Vertragsunterschrift absagen“ an.