Warum euch Bewerber ghosten

17. März 2025

Warum euch Bewerber*innen ghosten – und wie ihr das verhindern könnt

Es ist frustrierend: Bewerber*innen melden sich plötzlich nicht mehr zurück, erscheinen nicht zu Terminen oder brechen den Kontakt ohne Erklärung ab. Doch warum passiert das so oft? In diesem Artikel erfahrt ihr neun wichtige Punkte, die euch helfen werden, Ghosting im Bewerbungsprozess deutlich zu reduzieren.

Bewerber*innen sind zu niedrig qualifiziert

Eine der häufigsten Ursachen für Ghosting ist, dass sich unpassende Kandidat*innen bewerben. Sie merken oft selbst, dass sie den Anforderungen nicht entsprechen, und ziehen sich dann aus dem Prozess zurück – ohne Bescheid zu geben. Eine klare Kommunikation der Mindestanforderungen kann hier Abhilfe schaffen.

Zu späte Rückmeldung

Wenn ihr euch erst nach Tagen oder gar Wochen bei Bewerber*innen meldet, ist das Interesse oft schon verloren. In der Zwischenzeit haben sie vielleicht andere Jobangebote erhalten oder das Gefühl entwickelt, dass euer Unternehmen nicht wirklich interessiert ist.

Direkt anrufen statt nur eine E-Mail schreiben

Viele Bewerber*innen reagieren nicht auf E-Mails, weil diese leicht übersehen oder als unpersönlich empfunden werden. Ein Anruf signalisiert echtes Interesse und schafft eine direkte Verbindung.

Falls telefonisch nicht erreichbar – SMS schicken

Niemand geht gerne an eine unbekannte Nummer. Wenn ihr einen Bewerber oder eine Bewerberin nicht erreicht, sendet eine kurze SMS und kündigt euren Anruf an. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie beim nächsten Anruf drangehen.

Optionale Maßnahmen – abhängig von Dringlichkeit und Bewerberauswahl

Die folgenden Tipps (5-8) sind optional und können weggelassen werden, wenn genügend Bewerber*innen zur Auswahl stehen oder die Dringlichkeit nicht besonders hoch ist.

Nicht sofort einen Lebenslauf anfordern – erst telefonieren

Falls ihr euch über die Qualifikation nicht sicher seid, verlangt nicht direkt einen Lebenslauf per E-Mail. Ruft die Person stattdessen an. Blockt euch oder eurer Personalreferent*in alle zwei Tage einen 20-minütigen Termin im Kalender, um neue Bewerbungen zu prüfen und die Kandidat*innen direkt zu kontaktieren.

Beim Telefonat eine Checkliste zur Hand haben

Definiert vorher klare Mindestanforderungen für die Stelle, wie eine abgeschlossene Ausbildung oder Berufserfahrung in einem bestimmten Bereich. Fragt gezielt nach diesen Punkten. Auch die Dauer der letzten Anstellung kann ein wichtiger Faktor sein, um abzuschätzen, ob die Person stabil in einem Unternehmen bleibt oder häufig wechselt.

Nach den Beweggründen fragen

Erfragt, warum sich der oder die Bewerber*in gerade umschaut. Das zeigt Interesse und Wertschätzung – selbst wenn ihr keine direkte Lösung anbieten könnt. Diese Frage hilft zudem, die Erwartungen und Motivationen besser einzuschätzen.

Direkt einen Termin für ein Kennenlernen vereinbaren

Wenn alles passt, vereinbart sofort einen Termin für ein persönliches Gespräch. Erst danach solltet ihr um den Lebenslauf bitten – entweder zur Mitnahme oder als Vorab-Zusendung per Mail.

Der wichtigste Punkt: Terminbestätigungen und Erinnerungen verschicken

Viele Vorstellungsgespräche platzen, weil Bewerber*innen einfach nicht erscheinen. Das lässt sich oft mit einfachen Erinnerungen verhindern. Verschickt mindestens eine Bestätigung per E-Mail und idealerweise zusätzlich eine SMS vier Stunden vor dem Termin.

Ein praktisches Tool dafür ist Calendly. Dort könnt ihr euren Kalender hinterlegen und automatische Bestätigungen sowie Erinnerungen einstellen. Wichtig: Die Person, die mit dem Bewerber oder der Bewerberin telefoniert, sollte das Calendly-Formular direkt ausfüllen – sonst besteht die Gefahr, dass es vergessen wird.

Fazit

Bewerber*innen ghosten aus verschiedenen Gründen – doch mit der richtigen Strategie könnt ihr das Risiko deutlich reduzieren. Schnelle Reaktionszeiten, persönliche Kommunikation und klare Terminvereinbarungen helfen euch, den Kontakt aufrechtzuerhalten und eure Prozesse effizienter zu gestalten.

Autor
Sascha Hahne

Sascha Hahne

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