Warum ihr über Social Media hauptsächlich unqualifizierte Bewerbungen bekommt
Warum ihr über Social Media hauptsächlich unqualifizierte Bewerbungen bekommt
Das Problem ist so offensichtlich wie herausfordernd zugleich. Viele Unternehmen, die Social Media für ihr Recruiting nutzen, stellen fest, dass sie überwiegend unqualifizierte Bewerbungen erhalten. Doch warum ist das so? Die Ursachen lassen sich auf zwei zentrale Probleme zurückführen.
Fehlende Filter: Quereinsteiger*innen können sich problemlos bewerben
Der wichtigste Grund für unqualifizierte Bewerbungen ist die fehlende automatische Vorselektion auf der Karrierewebseite. Ohne klar definierte Bedingungen auf eurer Karriereseite kann sich grundsätzlich jede*r bewerben – unabhängig von Qualifikation und Erfahrung.
Selbst wenn eine Agentur beauftragt wird, die Bewerbungen vor zu qualifizieren, bleibt das Problem bestehen. Unterm Strich gehen immer noch zu wenige qualifizierte Bewerbungen ein. Dadurch bleibt euch keine andere Wahl, als die Auswahl auf Basis minimaler Gehaltsunterschiede zu treffen, anstatt aus einem Pool wirklich qualifizierter Kandidat*innen wählen zu können.
Die technische Herausforderung
Vielleicht denkt ihr jetzt: „Wenn wir die Anforderungen direkt auf der Karrierewebseite durchsetzen, bekommen wir gar keine Bewerbungen mehr.“ Und ja, diese Befürchtung ist nicht unbegründet. Aber genau hier liegt das zweite Problem.
Generischer Content reicht nicht aus
Viele Unternehmen versuchen, mit generischen Anzeigen Fachkräfte zu gewinnen – ein aussichtsloses Unterfangen. Das ist vergleichbar mit einem Rennen, das man mit einem Kleinwagen gewinnen will. Hochqualifizierte Fachkräfte lassen sich nicht durch Standard-Stellenanzeigen mit austauschbaren Stockfotos und generischen Slogans wie „Wir suchen Elektriker*innen“ aus der Reserve locken.
Warum Fachkräfte nicht auf eure Anzeigen reagieren
Je höher qualifiziert eine Person ist und je länger sie in einem Unternehmen arbeitet, desto geringer ist ihr Bewerbungsdruck. Diese Fachkräfte sind nicht aktiv auf der Suche und haben wenig Interesse an generischen Werbeanzeigen, die genauso gut von jedem anderen Unternehmen stammen könnten.
Hinzu kommt, dass Social Recruiting längst kein Geheimtipp mehr ist. Kandidat*innen sehen täglich Recruiting-Anzeigen auf Social Media. Ohne eine gezielte Strategie reiht sich eure Anzeige in die Flut an Stellenangeboten ein und wird übersehen.
Die ersten Sekunden sind entscheidend
Auf Social Media entscheidet sich innerhalb der ersten drei Sekunden, ob eine Anzeige beachtet wird oder nicht. Wenn euer Content nicht sofort auffällt, wird weitergescrollt – und eure Anzeige verpufft wirkungslos.
Keine High-Tech-Targeting-Wunder mehr
Ein weiterer Trugschluss ist die Hoffnung auf ausgefeilte Targeting-Möglichkeiten. Datenschutzbestimmungen haben viele der früher möglichen Targeting-Optionen stark eingeschränkt. Es gibt keine versteckten High-Tech-Features, mit denen ihr auf Instagram ausschließlich Elektriker*innen ansprechen könnt.
Was ihr tun könnt, ist sicherzustellen, dass eure Anzeige in der Masse auffällt. Dabei geht es nicht darum, mit überhöhten Gehältern oder riesigen Werbebudgets Aufmerksamkeit zu erkaufen. Stattdessen müsst ihr es schaffen, mit gutem Content in den ersten Sekunden die Aufmerksamkeit der richtigen Zielgruppe zu gewinnen.
Fazit
Unqualifizierte Bewerbungen über Social Media sind oft das Ergebnis fehlender Hürden und generischer Inhalte. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Anzeigen sowohl technisch als auch inhaltlich überzeugen, um die richtigen Talente anzuziehen. Social Recruiting ist längst Standard – umso wichtiger ist es, dass eure Inhalte aus der Masse herausstechen.