Warum nur ihr Kontakt zu Bewerber*innen aufnehmen solltet
Warum nur ihr den Kontakt zu Bewerber*innen aufnehmen solltet
Viele Agenturen bieten als festen Bestandteil ihrer Recruiting-Kampagnen an, den Erstkontakt mit Bewerber*innen zu übernehmen. Auf den ersten Blick scheint das attraktiv: Weniger Arbeit für euch und angeblich eine höhere Qualität der Bewerbungen. Doch wenn man genauer hinschaut, wird schnell klar, dass hier ein Problem als Lösung verkauft wird.
Warum sollte ich dafür bezahlen, dass unqualifizierte Bewerber*innen herausgefiltert werden?
Eine Agentur, die verspricht, unqualifizierte Bewerbungen für euch herauszufiltern, sollte sich zunächst die Frage stellen: Warum generieren sie überhaupt so viele unqualifizierte Bewerbungen? Warum liegt der Fokus darauf, Quereinsteiger*innen auszusortieren, anstatt direkt dafür zu sorgen, dass 90-95% der Bewerbungen qualifiziert sind?
Fakt ist: Es ist absolut machbar, regelmäßig Bewerbungen von passenden Fachkräften zu erhalten. Ein Unternehmen, das z. B. Sozialpädagog*innen oder Handwerker*innen in einer mittleren Stadt wie Braunschweig sucht, kann realistisch 2-3 qualifizierte Bewerbungen pro Woche generieren – und zwar aus der Region und mit der gesuchten Qualifikation. Und das ohne täglich unzählige unpassende Bewerbungen aussortieren zu müssen.
Wie viel Zeit müsstet ihr tatsächlich für Bewerbungen einplanen?
In diesem Szenario bedeutet das: Ihr erhaltet jede Woche 2-4 Bewerbungen, von denen der Großteil euren Mindestanforderungen entspricht. Die Zeit, die ihr für die Bearbeitung aufbringen müsst? Überschaubar. In der Regel reicht es völlig aus, wenn ihr euch alle zwei Tage 20 Minuten für Bewerbungen einplant.
Agenturen hingegen kalkulieren automatisch hohe Kosten für diesen Service. Für die Sichtung und Telefonate werden meist um die 500 € pro Monat veranschlagt – unabhängig davon, wie viele Bewerbungen tatsächlich eingehen. Die Realität? Die Agentur wird hauptsächlich mit 2-5 unqualifizierten Bewerbungen pro Tag beschäftigt sein, anstatt sich um hochqualifizierte Fachkräfte zu kümmern.
Besser investieren: Langfristiger Mehrwert statt kurzfristige Lösungen
Das Geld, das ihr für eine Agentur mit Vorqualifizierung ausgebt, könntet ihr sinnvoller investieren – zum Beispiel in die Gewinnung von qualifizierten Bewerbungen und den nachhaltigen Aufbau eurer Arbeitgebermarke.
Statt für die Telefonate einer studentischen Hilfskraft zu bezahlen, könntet ihr in Employer Branding-Materialien investieren: ein professionelles Fotoshooting, Werbefilme oder eine optimierte Karriereseite. Diese Maßnahmen zahlen sich langfristig aus und helfen euch auch noch in zwei Jahren dabei, passende Bewerber*innen zu gewinnen.
Das versteckte Problem vieler Agenturen: Bewerber*innen-Sharing
Was viele nicht wissen: Manche Agenturen arbeiten aus Verzweiflung nach einem Headhunting-Prinzip. Das bedeutet, dass Bewerber*innen nicht exklusiv einem Unternehmen vorgestellt werden, sondern gleichzeitig mehreren Betrieben in der Region.
Wenn eine Agentur also beispielsweise für zwei Elektrik-Betriebe arbeitet, wird sie versuchen, eine eingegangene Bewerbung für beide Unternehmen zu verwerten. Das führt dazu, dass ihr nicht nur für qualifizierte Bewerbungen bezahlt, sondern euch auch noch gegen andere Unternehmen aus dem Kundenstamm der Agentur behaupten müsst.
Fazit: Setzt auf Qualität statt unnötige Zwischenschritte
Wenn eure Stellen besetzt werden, mag euch dieser Prozess egal sein. Doch was bleibt am Ende? Statt in eine nachhaltige Strategie zu investieren, habt ihr Geld für eine Dienstleistung ausgegeben, die euch kurzfristig Bewerbungen beschafft, aber langfristig keinen Mehrwert schafft.
Stattdessen solltet ihr das Budget in hochwertige Inhalte investieren, die euch dauerhaft dabei helfen, die richtigen Talente anzusprechen. Durch eine starke Arbeitgebermarke, professionelle Werbematerialien und gezielte Social Recruiting-Kampagnen werdet ihr es schaffen, mehr qualifizierte Bewerbungen zu erhalten – ohne euch mit einer Flut an unpassenden Bewerbungen herumschlagen zu müssen.
Und ja, mit durchdachter Werbung funktioniert das. Nicht ausschließlich, aber ohne wird es nicht gehen. Mehr dazu erfahrt ihr in unserem Video: „Warum ihr über Social Media nur unqualifizierte Bewerbungen bekommt“.